Video- und Medienkunst Festival: Das Thema 2018

„Mein neues Ich“

Die Welt ist in Bewegung und die Menschen mit ihr. Eine banale Erkenntnis, die den Einzelnen wie ganze Gesellschaften immer wieder vor Herausforderungen stellt.

Heute, im Zeitalter der Digitalisierung und Globalisierung, ist Veränderung so präsent wie seit der Industrialisierung nicht mehr. Dies spiegelt sich in den verschiedensten Aspekten des Alltäglichen wider. Das Ich und seine Manifestation spielen dabei eine zentrale Rolle. Dies war die Grundidee, die uns dazu bewogen hat, vkunst frankfurt im Jahr 2018 unter den Titel „Mein neues Ich“ zu stellen.

Das Selfie ist zum omnipräsenten Ausdrucksmittel unserer Zeit geworden. Das Ich wird zum gestaltbaren Projekt. Instagram, Selbstoptimierung, Narzissmus, aber auch das Bewusstsein des eigenen Lebens sind hier zu nennen. Auf der anderen Seite verlassen heute Millionen Menschen ihre gewohnte Umgebung – sei es durch Krieg oder wirtschaftliche Not –, ziehen in andere Länder und Städte und sind plötzlich mit der sich radikal veränderten eigenen Biographie konfrontiert. Die Integration in neue Kulturen ist immer auch eine Veränderung der Identität. Anpassung ist Veränderung.

Mit Spannung und Freude haben wir auf die Einreichungen aus der ganzen Welt zu dem gestellten Thema gewartet. Mehr als 400 Künstler haben uns teilhaben lassen an ihren Ideen zum neuen Ich. Aus diesen Einreichungen haben wir nach langem Ringen letztendlich etwas mehr als zwanzig Beiträge für die Ausstellung ausgewählt.

Darüber hinaus haben wir uns entschlossen, im zehnten Jahr von vkunst frankfurt die separate Sektion „We like it!“ einzuführen. Hier zeigen wir fünfzehn künstlerische Arbeiten aus zehn Jahren vkunst frankfurt, die uns am Herzen liegen und die wir unseren Besuchern noch einmal zeigen möchten.

Ganz besonders möchten wir allen KünstlerInnen danken, die uns ihre Arbeiten eingereicht haben. Gerne hätten wir viel mehr Kunst gezeigt, als uns möglich ist. Wir danken herzlich den vielen GastgeberInnen und UnterstützerInnen von vkunst frankfurt. Ohne die GaleristInnen und LadeninhaberInnen, die uns ihre Räume zur Verfügung gestellt haben, könnte vkunst gar nicht stattfinden. Wir danken der Stadt Frankfurt und der Stiftung Kunstfonds und nicht zuletzt Jochen Latz, der das Projekt bereits zum vierten Mal mit der Stiftung des vkunst Preises wesentlich fördert.
Für die Vergabe des Preises sei der Jury gedankt. Grit Weber (Museum Angewandte Kunst, Frankfurt), Peter Gorschlüter (MMK, Frankfurt) und Stefan Trinks (FAZ, Frankfurt) haben uns fachkundig die Entscheidung der Preisvergabe abgenommen.

Christoph von Löw, Andreas Greulich
Mai 2018